Rechenschwäche (Dyskalkulie)

BK-Balance


 

 

 

 

1. Was ist Rechenschwäche?

Unter Rechenschwäche (Dyskalkulie) versteht man “besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens”. Folgende Definition gibt die Weltgesundheitsorganisation für diese Rechenstörung:

“Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenz minderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division...

Eine frühzeitige Förderung, die sich an eine genaue Diagnose der Probleme und Ursachen anschließt, kann dem Kind und seiner Familie viel Kummer und Sorgen ersparen.  

 

2. Mögliche Anzeichen einer Dyskalkulie - Rechenschwäche

  • Auffallend große Schwierigkeiten beim Rechnen
  • Das Kind hat keine klare Vorstellung von Mengen und Größen
  • Es zählt immer wieder neu ab
  • Berechnungen benötigen viel Zeit
  • Fehler beim Zahlenschreiben und Zahlenlesen
  • Schwierigkeiten im Umgang mit Rechenoperationen (häufiges Verrechnen, Vertauschen von Rechenzeichen)
  • Verwechseln der Rechenrichtung
  • Schwierigkeiten beim Einmaleins
  • Transferleistungen sind nicht möglich
  • Geübtes und Zwischenergebnisse werden schnell wieder vergessen
  • keine Verbesserung durch ständiges Üben
  • Rechenfehler werden nicht erkannt
  • Duldung widersprüchlicher Ergebnisse nebeneinander
  • Textaufgaben werden nicht verstanden
  • Fehlendes Vorstellungsvermögen: Kinder können nicht mit Symbolen rechnen, sie brauchen konkretes Material (Finger)
  • Verzählen um Eins
  • falsches Verständnis der Null  

 

Im Teufelskreis der Lernstörungen treten leider nach einiger Zeit typische sekundäre Folgeerscheinungen auf:

  • Schulunlust / Schulangst
  • Konzentrationsstörungen / starke Ablenkbarkeit
  • Merkstörungen
  • mangelnde Ausdauer
  • Hyperaktivität
  • Vermeidungsverhalten
  • Wutausbrüche und / oder Aggressivität
  • psychosomatische Beschwerden (Bauch-, Kopfschmerzen, Übelkeit, Einnässen usw.)
  • leichte Ermüdbarkeit, kein Durchhaltevermögen
  • mangelndes Selbstwertgefühl
  • Kontaktprobleme mit Gleichaltrigen
  • Klassenkasper spielen

 

3. Mögliche Ursachen einer Dyskalkulie - Rechenschwäche

Die Ursache für die Rechenschwäche können im Kind selbst, in seiner persönlichen Umgebung, in der Schule und im Unterricht liegen.

Als Ursachen von Dyskalkulie gelten Orientierungs- und Wahrnehmungsstörungen, die insbesondere die Raum- und Zeitorientierung, die visuelle Wahrnehmung, die visuelle Vorstellungskraft und das Gedächtnis betreffen. Rechenschwache Kinder habe Schwierigkeiten, wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden, Sinneseindrücke richtig einzuordnen und mit vorhandenen Erfahrungen zu verbinden.   

 

4. Welche Hilfen sind sinnvoll?

Da es kein einheitliches Erscheinungsbild der Dyskalkulie gibt, muss eine Dyskalkulietherapie maßgeschneidert sein. Die eingesetzten Methoden richten sich nach den individuellen Lernvoraussetzungen des Schülers. In der Diagnostik wird zunächst der Förderbedarf festgestellt. Die nachfolgende Therapie setzt bei den Stärken des Schülers an. Das schafft Vertrauen in die eigene Kompetenz - eine Grundvoraussetzung für eine effektive Förderung. Eine genaue Fehleranalyse,eine Beobachtung der eingesetzten (falschen) Rechenstrategien und eine Ursachenforschung gibt wertvolle Hinweise für die individuell angepasste Therapiemaßnahme für das Kind. Durch alleiniges Üben kann den meisten betroffenen Kindern nicht geholfen werden. Eine echte Rechenschwäche kann nur im Rahmen einer Einzelförderung behandelt werden.

 

In meinem Förderunterricht steht das Rechnen im Vordergrund denn:

“Rechnen lernt man nur durch Rechnen!”